Via Sacra – Zu Fuß von Wien nach Mariazell

Vor ein paar Jahren zu Ostern kamen mein Mann und ich auf die Idee, die 108 Kilometer von Wien Perchtoldsdorf zum Wallfahrtsort Mariazell in der Steiermark zu Fuß zu gehen. Zum Ausprobieren bietet sich dieser Fernwanderweg gut an, denn es gibt ausreichend Reiselektüre bzw. Kartenmaterial und durch die gelben Wegweiser findet man sich (meistens) zurecht.

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Wir sahen viele schöne Plätzchen, die zum Verweilen einluden, hatten spannende Begegnungen in Landgasthäusern (die Maya-Theorie zum Weltuntergang wurde dort ernsthaft diskutiert), sahen auch Kurioses (wie die britische Telefonzelle in einem niederösterreichischen Garten) und lernten wieder die Öffnungszeiten von Großstädten zu schätzen (wir kamen nämlich nach 12:30 bei diesem Supermarkt vorbei). Unsere Begegnungen waren durchwegs sehr freundlich und wir trafen auch auf sehr hilfsbereite Menschen. Zum Beispiel waren wir in einem kleinen Ort schon verzweifelt auf der Suche nach einem Mittagessen, aber das Gasthaus im Ortskern hatte Ruhetag und der ADEG-Markt war schon geschlossen (Öffnungszeiten bis 12:30). Wir standen gerade etwas planlos am Marktplatz herum, als eine Gemeindemitarbeiterin auf uns zukam und von sich aus anbot, uns ins nächstgelegene Gasthaus zu fahren.

Auf dieser Wanderung hatten wir – abgesehen von den lustigen Begegnungen und Erlebnissen – aber vor allem viel Ruhe und Zeit zum Nachdenken und natürlich auch zum Reden. Teilweise waren wir sogar ohne Handyempfang. Damals eine schlimme Erfahrung, heute würde ich das schon wieder mehr zu schätzen wissen!

Eine Übersicht des Streckenverlaufs ist auf folgender Map ersichtlich – Achtung, es handelt sich dabei nicht um die tatsächliche Strecke, sondern habe nur die einzelnen Etappenziele in Google Maps eingetragen (deswegen wird auch die Distanz mit 117 km beschrieben und nicht mit 108 km). Genauere Details zur Strecke findet ihr hier.

Google Maps_Via Sacra.jpg
Quelle: Google Maps

Für die 108 km benötigten wir 4,5 Tage – aber die Distanz ist sicher in kürzerer Zeit auch zu schaffen. Man sollte vorm Weggehen oder zumindest im Laufe des Tages darauf achten, wo es die nächste Unterkunftsmöglichkeit gibt. Wir starteten unsere Wanderung damals im März und teilweise waren die Gasthäuser nur am Wochenende geöffnet. In den Frühlings- bzw. Sommermonaten ist es dann sicherlich schon einfacher.

Als wir am letzten Tag um eine Ecke bogen und zum ersten Mal einen Blick auf Mariazell werfen konnten, hatten wir auf jeden Fall das großartige Gefühl, unser Vorhaben erfolgreich umgesetzt zu haben!

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Auch wenn mich mein Knie noch tagelang die Anstrengungen der Wanderung spüren ließ, so halte ich diese Wanderung noch in sehr schöner Erinnerung. Diese Art ein verlängertes Wochenende zu verbringen, kann ich uneingeschränkt empfehlen!

Pro-Tipps:

  • Wer noch länger Zeit hat (oder vlt. schneller wandert 😏), könnte die Wanderung auch mit ein paar Besichtigungen verbinden: zB geht die Via Sacra direkt am Stift Heiligenkreuz bzw. dem Karmel Mayerling (dem ehemaligen Jagdschloss von Kronprinz Rudolph) vorbei.
  • Für die Heimreise zurück nach Wien gibt es täglich um 16 Uhr einen Bus, mit dem man in genau drei Stunden wieder zurück in Wien ist (ganz ohne Umsteigen).
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